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Kooperation Gymnasium Langenberg

Kooperation

Schulwechsel leicht gemacht

WZ Von Thomas Reuter

mit einem Kommentar von Thomas Reuter

Großbild Simone Bahrmann

koopfeb12

Peter Gembach, Schulleiter der Realschule, mit den Schülern Tobias Steinmann, Kirill Selenin und Maxilimilian Dunkel sowie Axel Plitsch, Schulleiter des Gymnasiums (v.l.).


In Sachen Übergang kooperieren die Realschule Tönisheide und das Gymnasium Langenberg.

Tönisheide/Langenberg. „Man fühlt sich einfach sicherer. Wir sind gut aufgenommen worden. Das stärkt das Selbstbewusstsein.“ Die Aussagen von Tobias Steinmann lassen Katja Zerck strahlen. Am Gymnasium Langenberg ist sie die Projektleiterin für die im vergangenen Sommer beschlossene Kooperation mit der Heinrich-Kölver-Realschule Tönisheide (HKR). Das Ziel: Der Übergang von der einen in die andere Schule soll effizienter, angenehmer und schließlich erfolgreicher gestaltet werden. Tobias (17) ist ein Beispiel dafür, dass das Ziel erreicht werden kann.

Vor dem Übergang aufs Gymnasium werden Brückenkurse angeboten

Für Zwerck ist es ein Prozess, „in dem wir immer wieder neue Schräubchen drehen können“. Die erste Erfolge sind jedoch sichtbar. Nach den zentralen Abschlussprüfungen an den Realschulen findet die erste Kontaktaufnahme zu den Realschülern statt, die in die gymnasiale Oberstufe wechseln. „Da sind die Realschüler erst mal unter sich.“ Sie lernen sich und die Schule kennen. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik werden Brückenkurse angeboten. „Da können die Mädchen und Jungen erkennen, wo sie nacharbeiten müssen, aber auch, dass sie bereits ganz gut aufgestellt sind“, skizziert Zwerck.

Dieses Heranführen in mehreren Schritten kommt bei den Schülern an. Es nimmt Ängste. Es baut Vorbehalte gegen das eigene Können ab. „Alles in allem werden wir gut vorbereitet, bevor das Schuljahr tatsächlich startet“, sagt Kirill Selenin (16), der ebenfalls im vergangenen Jahr ans Gymnasium gewechselt ist. Alle, betonen er und Tobias, seien angekommen an der neuen Schule. „Aus der kleinen Gruppe der Realschüler ist eine größere Gruppe geworden“, sagt Tobias. Die Integration funktioniert.

„Wir wollen niemanden zurücklassen und verlieren“, sagt Axel Plitsch, Leiter des Gymnasiums. Die Kooperation leiste dazu einen Beitrag. „Auch, weil sie Meldungen ins Kollegium gibt und für Transparenz sorgt“, sagt er. „Der Erfolg des Übergangs war früher ein Zufall, nun kann er sicherer gemacht werden“, sagt HKR-Chef Peter Gembach.

Das Projekt funktioniert in beide Richtungen

Dass die Kooperation keine Einbahnstraße ist, unterstreichen die Lehrer Uschi Wanslowski und Martin Pasdika, die das Projekt an der Realschule koordinieren. Dort sollen Quereinsteiger, die vom Gymnasium zur Realschule wechseln, stärker an die Hand genommen werden. „Das war bisher nicht so der Fall“, kann Maximilian Dunkel (16) aus eigener Erfahrung berichten. Nun wird näher hingeschaut. „Wir entwickeln ein Buddy-System“, kündigt Wanslowski an: Realschüler nehmen Ex-Gymnasiasten an die Hand. Pasdika: „Nach dem vermeintlichen Scheitern müssen Schüler aufgebaut werden.“

Schulen und Schüler gewinnen

Es ist selten, dass neuen Kooperationen bereits nach kurzer Zeit Bilanz ziehen können. Beim Austausch von Kölver-Realschule und Gymnasium Langenberg ist das der Fall. Und die Bilanz fällt – das belegen die Äußerungen aller Beteiligten – positiv aus.
Kooperation

Man ist nicht allein

 

WAZ Ulrich Braun

02.02.2012



hlks feb 12

Die Heinrich-Kölver-Realschule pflegt eine erfolgreiche Kooperation mit dem Gymnasium in Langenberg.

Neviges.

Gut ein halbes Jahr nach dem Abschluss eines Kooperationsvertrages blicken die Heinrich- Kölver-Realschule in Tönisheide und das Langenberger Gymnasium auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück.

Den Pädagogen ist ein Fall in besonders krasser Erinnerung geblieben: Da war eine Schülerin der Heinrich-Kölver-Realschule (HKS), die zum Langenberger Gymnasium wechselte. „Sie war sehr leistungsstark“, wie ihr die Lehrer und Lehrerinnen noch heute bescheinigen. Aber sie kam in der gymnasialen Oberstufe einfach nicht klar. „Weil sie in sich sehr zurückgezogen war.“ Schließlich habe sie „die Segel ganz streichen müssen“. Was Katja Zerck, Lehrerin am Langenberger Gymnasium, noch heute außerordentlich bedauert.

 

Mit dem vor gut einem halben Jahr geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Schulen sollen es „Seiteneinsteiger“ künftig einfacher haben, die Schulformen zu wechseln. „Effizienter, erfolgreicher und angenehmer“ soll es sein, wünscht sich HKS-Leiter Peter Gembach. Sein Kollege vom Langenberger Gymnasium, Axel Plitsch, pflichtet dem bei: „Die Schülerinnen und Schüler sollen uns nicht verloren gehen, wir haben sie klar im Blick und sie haben klare Ansprechpartner.“

 

Wenn beispielsweise die Realschüler ihre zentralen Abschlussprüfungen hinter sich haben, „dann sind sie offener für uns“, beobachtete Katja Zerck. Beste Voraussetzungen für das gegenseitige Kennenlernen. Für die Schüler und Schülerinnen untereinander, aber auch was den Unterricht betrifft. An drei Tagen vor den Ferien schnuppern „die Neuen“ in Brückenkurse für Deutsch, Mathematik und Englisch hinein. „Entspannt gehen sie dann in die Sommerferien oder wissen, wo sie sich neu aufstellen müssen“, so Zerck.

 

Tobias Steinmann beispielsweise war bei seinem Wechsel von der Realschule in die gymnasiale Oberstufe „zunächst aufgeregt“. Schließlich kannte er niemanden. „Nach dem Vortreffen war ich dann erleichtert“, erinnert sich der 17-Jährige. Sein Schulfreund Kirill Selenin ergänzt: „Es ist leichter, in kleinen Gruppen das neue Umfeld zu erkunden, als wenn alles auf einmal auf einen zukommt.“ Er selbst sei gleich am zweiten Tag zum Kurssprecher Deutsch gewählt worden. „Da fühlte ich mich aufgenommen.“

Maximilian Dunkel ist den umgekehrten Weg hin zur Realschule gegangen. „Es war anfangs sehr ungewohnt“, erinnert sich der 16-Jährige. Vor allem vermisste er seine bisherige Klasse. Doch nun hat er sich gut eingelebt, denkt über einen erneuten Wechsel – vielleicht zur Gesamtschule – nach.

 

Für Peter Gembach ist diese Form der Kooperation zwischen den Schulen eine Möglichkeit „zu verfeinern, was schon besteht“. Axel Plitsch sieht einen Vorteil der Kooperation auch in der „Transparenz nach innen“. Die Kolleginnen und Kollegen wüssten bereits rechtzeitig, woher ein Schüler kommt.

Der Leiter der Kölver-Realschule hofft nun, dass die Kooperation ein Selbstläufer wird. Der Anfang sei erfolgreich bestanden. Das Modell könnte auch ein Vorbild für andere Schulen werden - die der Pädagoge auch zum Mitmachen einlädt.